Kontinuität bei den Freien Berufen Schleswig-Holsteins. Der Landesverband der Freien Berufe in Schleswig-Holstein (LFB) hat seinen Präsidenten Lars-Michael Lanbin (Steuerberaterverband Schleswig-Holstein) wiedergewählt.

Ihm stehen mit Kathrin Eggert (Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein), Dr. Henrik Herrmann (Ärztekammer Schleswig-Holstein) und Dr.-Ing. Andreas Petersen (Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein) drei Vizepräsidenten aus unterschiedlichen Freien Berufen zur Seite.

„Die Freien Berufe sind die für unsere Gesellschaft von besonderer Bedeutung: für die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Dienstleistungen und mit einem hohen Qualitätsanspruch. Die Bevölkerung bringt uns Freiberuflern großes Vertrauen entgegen, dass sie in guten Händen sind. Kurz gesagt, Freiberufler sind in großem Maße dem Gemeinwohl verpflichtet, dass grenzt sie von Gewerbetreibenden ab und kennzeichnet die besondere Stellung in der Gesellschaft. Und das zeigt sich ganz besonders auch in der Zeit der Corona-Krise: Die Menschen können sich auf ein funktionierendes Gesundheitswesen verlassen, auch im Ausnahmezustand. In diesem Bereich wurde wirklich Außergewöhnliches geleistet. Die Steuerberater ermöglichen die Umsetzung der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die mittelständische Wirtschaft und auch die anderen freien Berufe erfüllen ihren gesellschaftlichen Auftrag. Kurz gesagt: Das System der Freien Berufe hat sich in dieser schweren Existenzkrise unserer Gesellschaft bewährt,“ so Lanbin.

Lanbin kündigte an, die Interessen der vielen Freiberufler im Norden noch intensiver zu bündeln und ihre besondere Stellung in der Gesellschaft gegenüber der Politik hervorzuheben. „Die Überbrückungshilfe muss dringend auf den Lebensunterhalt ausgeweitet sowie ein Unternehmerlohn eingezogen werden und sie darf sich nicht weiter ausschließlich auf Betriebsmittel beschränken. Viele Solo-Freiberufler oder solche mit wenigen Mitarbeitern müssen ihre Einnahmen direkt nutzen, um ihren laufenden Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch dient die Wohnung vielen als Arbeitsstätte, sodass eine Differenzierung zwischen betrieblichem und privatem Bereich sowie betrieblichen und privaten Mitteln kaum möglich ist. Der Verweis auf einen Anspruch auf den Bezug von ALG II ist ein Schlag ins Gesicht vieler Freiberufler.Die Politik muss alle Unternehmen auf dem Radar haben, die coronabedingt in eine Krise geraten,“ appelliert Lanbin.

In Schleswig-Holstein gibt es rund 50.000 selbständige Freiberufler. „Das zeigt, wie wichtig die Arbeit der Freien Berufe für die Wirtschaftskraft und den Arbeitsmarkt unseres Landes ist. Freie Berufe haben damit eine größere Bedeutung als viele Einzelbranchen oder Großbetriebe“, unterstrich Lanbin.

Zu den Freien Berufe zählen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Tierärzte, Krankengymnasten, Hebammen, Diplom- Psychologen, Rechtsanwälte, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Steuerbevollmächtigte, Ingenieure, Architekten, Lotsen, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer sowie Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller.

Aus diesen Berufen sind folgende Vertreter in den ebenfalls neu gewählten Vorstand des LFB gewählt worden:

Volker Thode, Apothekerkammer S-H
Hans-Günter Lund, Apothekerverband S-H
Dr. Axel Schroeder, Ärztegenossenschaft Nord eG
Inken Völpel-Krohn, AVDÜ S-H
Dr. Ralph Ennenbach, Kassenärztliche Vereinigung S-H
Helmut Steinmetz, Kassenzahnärztliche Vereinigung S-H
Horst Zerlin, Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer
Rainer Martens, Steuerberaterverband S-H e. V.
Dr. Gitta Reimers, Tierärztekammer S-H
Detlef Mohr, Wirtschaftsprüferkammer Landesgeschäftsstelle Norddeutschland
Dr. Michael Brandt, Zahnärztekammer S-H
Dr. Jürgen D. Berndt, Einzelmitglied

 

Das aktuelle Präsidium des LFB S-H: Dr. Henrik Herrmann, Lars-Michael Lanbin, Kathrin Eggert und Dr.-Ing. Andreas Petersen (v.l.)